Weltpremiere – geglückt!

Heute vor 21 Jahren wurde in Stuttgart der Gewinner des #s21 #stuttgart21 Architektenwettbewerb bekannt gegeben: Die Jury stimmte mit folgender Begründung einstimmig für den Entwurf der
Architektengruppe Ingenhoven, Overdiek, Kahlen + Partner in Zusammenarbeit mit Prof. Frei Otto.

„Der Entwurf setzt sich in ungewöhnlicher Form mit der schwierigen Aufgabe auseinander und wird der speziellen städtischen und morphologischen Situation der
Talquerung gerecht. Es ist gelungen, auf die vielen widersprüchlichen Ziele eine überzeugende, aus dem Ort heraus entwickelte Antwort zu finden. Ein großes
städtebauliches Zeichen wird in den Stadtgrundriss eingeschrieben, ohne jegliche Monumentalität und ohne dem Bonatzbau in irgendwelcher Weise Konkurrenz zu
machen (…) Die Lösung Ingenhoven, Frei Otto fasst die ganze Bahnsteighalle als Einheit auf und erzeugt an keiner Stelle eine zweitrangige Ankunftssituation. Die neue Halle ist ein Raum, bei dem Stützen, Decke und Oberlichtöffnungen ein integriertes Gesamtsystem bilden, welches das Ergebnis eines selbst bildenden Formfindungsprozesses ist. (…) Die Bebauung des nördlichen Stadtteiles ist so nah wie möglich an den Bonatzbau herangeführt und das Konzept schlägt hier einen städtischen Platz vor, der in der Größenordnung mit historischen Plätzen vergleichbar ist, der jedoch in seiner speziellen Situation ein ganz neues und aus der Situation herausgewachsenes Stadtelement sein kann, welches durch die eingestellten Oberlichtaugen sehr stark formal geprägt sein wird.“

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Jury überzeugte, dass der Entwurf als einziger ein begehbares Dach in Form eines städtischen Platz aufwies und so dem Bonatzbau keine Konkurrenz machte, aber eben „unter der Haube“ monumentale Architektur bot.
Zentrales Element dieser monumentalen Architektur: Die Kelchstützen.

Von den Architekten geliebt, von den Planern verhasst, als Unbaubar verschrien – bis vor 15 Tagen. Da wurde bewiesen, dass man sie sehr wohl bauen kann!

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