Das Projekt

Das Bauvorhaben Stuttgart 21 ist das größte Ausbaukonzept für den öffentlichen Schienenverkehr in Baden-Württemberg seit dem 19. Jahrhundert. Im April 1994 wurde das Projekt vom damaligen Ministerpräsidenten Teufel (CDU) und dem Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel (CDU) erstmals öffentlich vorgestellt. Danach kam eine langjährige Planungs- und Beschließungsphase. Der Finanzierungsvertrag stammt von 2009. Baubeginn ab 2010 mit zunächst nur vorbereitenden Arbeiten. Das Projekt gliedert sich in die Neugestaltung des Stuttgarter Bahnknotens durch Stuttgart 21 sowie den Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke Wendlingen–Ulm. Mit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke Stuttgart–Ulm ist etwa Ende 2021 zu rechnen. Die Volksabstimmung 2011 und der aus der Schlichtung vereinbarte Stresstest haben das Projekt weiter zeitlich verzögert.

Die Neubaustrecke Stuttgart- Ulm 

Die Europäischen Union kofinanziert die Strecke Paris nach Budapest und Bratislava von besonderer Bedeutung. Die Ost-West-Achse soll entscheidend zum Zusammenwachsen Europas beitragen. Durch den Streckenausbau bei den Teilprojekten Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm wird Kapazität für mehr Züge und kürzere Reisezeiten in diesem Abschnitt geschaffen. Hier ist die Bahn in Baden-Württemberg im Verzug, da die Züge auf der Strecke Paris- Straßbourg bereits deutlich schneller unterwegs sind. Auch auf der Strecke Ulm- München ist die Bahn mit ordentlichem Tempo unterwegs. Gleichzeitig schafft der Neubau der Strecke nach Ulm, die für Tempo 250 km/h ausgelegt ist, die Voraussetzung dafür, dass der Süden Deutschlands in das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz eingebunden wird. Das ingenieurtechnische Herzstück des 60 Kilometer langen Abschnitts zwischen Wendlingen und Ulm bildet der Albaufstieg. Zwischen dem 8,8 Kilometer langen Boßlertunnel und dem 4,8 Kilometer langen Steinbühltunnel überqueren zwei 485 Meter lange und 85 Meter hohe Eisenbahnbrücken das Filstal. Modernste Tunnelbormaschinen kommen zum Einsatz. Die Tunnelbesichtigungen sind Besuchermagnete. Für die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm übernehmen der Bund und das Land Baden-Württemberg die Kosten. Die Neubaustrecke liegt im Kostenplan.

Stuttgart 21 – Das „neue Herz Europas“

Mit dem Projekt Stuttgart 21 wird der Bahnknoten Stuttgart neu strukturiert. Der bisherige Kopfbahnhof kann die für die Zukunft prognostizierten höheren Zugzahlen nicht bewältigen. Die Umgestaltung zu einem tiefer gelegenen Durchgangsbahnhof an gleicher Stelle in der Innenstadt wird die Leistungsfähigkeit des Bahnknotens deutlich steigern. Unterstützend verbessern knapp 60 Kilometer neue Gleise das Streckennetz in Stuttgart und schaffen die Voraussetzung für einen beschleunigten Bahnverkehr. Somit soll in aktraktiver Weise Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Auf den später nicht mehr benötigten Gleisanlagen ergeben sich interessante Perspektiven für die Stadtentwicklung. Darüber hinaus bietet der unmittelbar an der Autobahn gelegene Fern- und Regionalbahnhof am Flughafen neue Möglichkeiten zur Vernetzung der Verkehrsträger. Die Kosten für das Projekt Stuttgart 21 werden von der Deutschen Bahn, dem Bund inklusive EU-Fördermittel, dem Land Baden-Württemberg, der Landeshauptstadt Stuttgart, dem Flughafen Stuttgart und dem Verband Region Stuttgart getragen. Da es beim Filderbahnhof zu Bauverzögerungen kommt, ist mit einer Fertigstellung insbesondere im Filderbereich erst nach 2022 zu rechnen. Insbesondere durch die Schlichtung 2010, die Volksabstimmung 2011 und den Stresstest wurde das Projekt verteuert und verzögert. Hinzu kommt, dass das Eisenbahnbundesamt als wichtigste Genehmigungsbehörde aufgrund von Personalmangel langsam arbeitet.

Chancen für Stuttgart: Das neue Rosensteinquartier 

Da die neuen Zulaufstrecken der Bahn durch Stuttgart 21 unterirdisch verlaufen, werden über 100 Hektar beste Innenstadtlage frei. Bisher eine unschöne Gleiswüste. Es  entsteht dort das neue Rosensteinquartier mit neuen Chancen für ökologisches Wohnen, Leben, Arbeiten, Kultur genießen Erholen und Feiern. Welche umfangreichen Gedanken sich unser Verein -die IG Bürger- dazu gemacht haben, findet Ihr auch auf dieser Homepage.

Text: Thomas Eschle sowie Quelle www.bahnprojekt-stuttgart-Ulm.de