Eine neue Topographie?

Worum geht es?
Als der heutige Kopfbahnhof vor 100 Jahren gebaut wurde, war die Topographie für den Bahnbetrieb nicht geeignet und das Gebiet zwischen Bahnhof und dem Schloss Rosenstein musste mit Hilfe gigantischer Erdbewegungen und mit ausgefeilten Brücken-Bauwerken für den Bahnverkehr
ertüchtigt werden. Kurz gesagt wurde ein flaches Plateu geschaffen. Dieses wird im Westen durch den 12m hohen Bahndamm begrenzt und fällt auf der anderen Seite bis zu 17m tief senkrecht zum Schlossgarten ab.

Warum ist das ein Problem?
Nach der Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs, muss die Bahn nicht das sogenannte „Urgelände“ wiederherstellen, sondern nur ca. 2 Meter vom Gelände abtragen. Alle Bauwerke und Gebäudeteile, die über die 2 Meter -Linie ragen werden abgerissen, aber nur bis zur nächsten standsicheren Ebene! Tiefe Fundamente und Kellergeschosse werden nicht von der Bahn zurückgebaut – dies muss die Stadt auf eigene Kosten tun. Das heutige Gelände bildet aber eine Barriere in der Stadt, dessen trennende Wirkung weiterhin bestehen bleibt! Die steilen, teilweise senkrechten
Übergänge in die angrenzenden Stadtteile oder den Park sind nicht alltagstauglich und außerdem nicht für behindertenfreundliche Wege geeignet!


  • reicht 2018 ihre Pläne zum Rückbau des Gleisvorfeldes zur Genehmigung ein
  • benötigt für den Rückbau des Gleisvorfeldes eine Transportlogistik zum Abtransport von Erde und Abbruchmaterial. Eine Mitnutzung durch die Stadt spart Kosten!
  • muss für den Abbau eine
    Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen und Eidechsen umsiedeln.
Eine Kooperation,
mit der die Bahn spart Bauzeiten, Kosten und führt zu optimierten Lösungen.
Sollte die Stadt Stuttgart nicht direkt nach dem Rückbau des Gleisvorfeldes in der Lage sein mit der Bebauung zu beginnen, muss Sie diese aufwändigen und teuren Verfahren nochmals auf eigene Kosten durchführen, z.B. erneut Eidechsen umsiedeln!

Welche Lösungen gibt es?
✓Wiederherstellung des „Urgeländes

Vor dem Bau der Eisenbahn stieg das Gelände vom Schlossgarten sanft zum Schloss Rosenstein an. Von diesem eigentlichen Urgelände trennen uns heute 1.000.000 m³ Erde. Jedoch muss man diese nicht zwingend alle wieder abtragen: Das flache Plateu der Eisenbahn ist prinzipiell für den Städtebau gut geeignet. Allerdings mangelt es an alltagstauglichen und barrierefreien Übergängen. Der sanfte Hang des Urgeländes würde einen perfekten Übergang mit kurzen barrierefreien Wegen vom Park in das neue Rosensteinviertel ermöglichen.

Weitere Lösungen:
Bereits vor 1997 und auch 2005 wurden internationale Architekten-Wettbewerbe durchgeführt, um die wesentliche städtebauliche Struktur (Stadtgrundriss, Nutzung, Grün, Wegenetz, Verkehr) für das neue Stadtviertel zu entwickeln.
Hier sind die von der Jury gewählten Entwürfe veranschaulicht:

1997

Das Konzept von 1997 plant den Übergang zum Park mit 4m hohen Terrassen zu überwinden. Ein barrierefreier Weg ist dann aber nur mit Hilfe von Rampen möglich, die jedoch max. 6% Steigung haben dürfen. Jede Rampe muss dann 66m lang sein und dazu 11 Zwischenpodeste à 1,50m haben!

2005

Der Entwurf von 2005 modelliert einen relativ sanft ansteigenden Hang als Übergang zum Mittleren Schlossgarten. Da dieser aber leider für Rollstühle zu steil ist, gilt er nicht als Barrierefrei.

Welcher Entwurf hat die alltagstauglichste Topographie?
Diese Frage haben wir in einer öffentlichen Veranstaltung zusammen mit interessiertenBürgern und Städtebau-Spezialisten ausführlich diskutiert. Mit Hilfe unseres 3D-Stadtmodelles konnten wir die Wettbewerbsentwürfe und das Urgelände aus den verschiedensten Perspektiven betrachten. Die Teilnehmer waren sich danach einig, dass das neue Gelände für den Rosenstein
✓ aus dem Park direkt und ohne Umwege erreicht werden muss
✓ möglichst sanft ansteigen soll
✓ für Kinderwagen und Rollstühle geeignet sein muss
✓ ohne Mauern, Treppen und Rampen gestaltet werden soll

Diese Anforderungen kann nur ein Gelände erfüllen, dass sich am Urgelände orientiert! Dieses steigt vom Park her sanft an und bietet so einen nahtlosen Übergang zum Park, direkte Wege und ist alltagstauglicher als Mauern, Treppen und Rampen. Die Teilnehmer unserer Veranstaltung votierten für das „Urgelände“ als die geeignetste Geländeform.
Fast einstimmig wurde gefordert, dass die Stadt untersuchen soll, wie die künftige Geländeform in Anlehnung an den historischen Talboden gestaltet werden kann.