Wie soll das Bahnhofsumfeld gestaltet werden?

Die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes haben wir in einer öffentlichen Veranstaltung zusammen mit interessierten Bürgern und Bürgerinnen ausführlich diskutiert. An unserem 3D-Stadtmodell konnten wir verschiedene Entwürfe und Varianten durchspielen und aus verschiedensten Perspektiven betrachten. Hier möchten wir Ihnen anhand einiger Visualisierungen die wichtigesten Fragestellungen näher bringen

Worum geht es?

Der neue Stuttgarter Hauptbahnhof liegt künftig nicht mehr am Rande der Innenstadt, sondern zentral mitten in der Stadt. Dank der Anbindung an den Flughafen, das Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz und den ÖPNV wird er zu einem der am besten erreichbaren Orte Baden-Württembergs. Nördlich des Tiefbahnhofs soll nach dessen Fertigstellung ein neues Quartier gebaut werden. Zusammen mit dem umgestalteten Bonatzbau entstehen völlig neue Laufwege mit signifikanten Auswirkungen auf den Bahnhofsvorplatz und die Klettpassage. Das neue Bahnhofsumfeld, dass viele Menschen als ersten Eindruck Stuttgarts wahrnehmen werden, sollte eine für die Stadt Stuttgart würdige Visitenkarte werden.

Warum ist das ein Problem?

Mit der Planfeststellung für den Tiefbahnhof wurde eine Tiefgarage auf der Fläche der heutigen Bahnsteighalle genehmigt. Auch wenn Herr Ingenhoven, der Architekt des Tiefbahnhofs, bereits einen Entwurf für ein Bürogebäude darüber vorgestellt hat, ist in der öffentlichen Diskussion noch offen, was dort entstehen soll: Dies entscheidet die Stadt Stuttgart als Grund-stückseigentümer. Obwohl bereits im Jahr 2016 ein Architektenwettbewerb angekündigt wurde, ist bis heute nichts weiter geschehen.
Es ist noch kein zusammenhängendes Konzept für die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes, der Klettpassage und die Anbindung des Bahnhofs an den öffentlichen Raum bekannt. Das gleiche gilt für das übrige zwischen Europaviertel und Schlosspark entstehende A2 Gebiet.

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  • die Bahn stellt mit dem Bau des Tiefbahnhofs-Trog in 2018 entscheidende Weichen für die umliegende Bebauung.
  • Die Bahn hat das Baurecht für die neue Tiefgarage und will bauen.
  • ein öffentliches Gebäude benötigt vom Architektenwettbewerb bis zur Eröffnung im Schnitt ca. 10 Jahre Vorlaufzeit!

Eine Abstimmung, der Planungen zwischen Bahn und Stadt spart Bauzeiten, Kosten und führt zu optimierten Lösungen.

Wartet die Stadt Stuttgart mit den Planungen noch länger, verkompliziert sie die spätere Bauausführung. Wird JETZT nicht entschieden, was gebaut werden soll, wird hinter dem neuen Bahnhof noch lange nach dessen Eröffnung eine Brache / Baustelle sein.

Welche Lösungen gibt es?
Zügig Klarheit schaffen

Da das Nordgebäude auf der Tiefgarage nur nachrichtlich planfestgestellt ist, besteht noch die Möglichkeit die Planungen der Bahn (Tiefgarage) und der Stadt (Gebäude) aufeinander abzustimmen. Hierzu muss die Stadt aber JETZT entscheiden was gebaut wird und möglichst bald einen Architekten- wettbewerb ausloben


? Offene Fragen:

Wie soll das Gelände nördlich des Bahnhofs bebaut werden?

Das 2 Hektar große, sogenannte A3-Gebiet, umfasst die Fläche der Bahnhofshalle des heutigen Kopfbahnhofs. Direkt am Straßburger-Platz, also dem Platz auf dem Bahnhofstrogs von Stuttgart 21, war schon im Wettbewerbsentwurf des Banhofsarchtiketen ein Gebäude vorgesehen.

Prinzipiell kann man zwei Nutzungsarten unterscheiden:

Kommerzielle Nutzung, Büros Hotel / Einkaufszentrum.

Öffentliche Nutzung, wie zum Beispiel ein Museum, eine Philharmonie oder ein „Eventplatz“

Entwurf für ein Nordgebäude am Stuttgarter Bahnhof von Christoph Ingenhoven

Der Architket des Tiefbahnhofs Christoph Ingenhoven hat bereites im Zuge des Wettbewerbs für den Tiefbahbhof 1997 ein sog. „Nordgebäude“ geplant. Das siebenstöckige Gebäude ist nachrichtlich planfestgestellt: Das heißt, nur die darunter liegende Tiefgarage und die Zugänge zum Tiefbahnhof im Erdgeschoss sind Teil des Planes. Der Rest des Gebäudes ist nur eine Art „Platzhalter“.

Abbildungen © IGBürger/Weigel/Kartengrundlage Stadtmessungsamt der Lhst Stuttgart

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Als Beispiel für die Nutzung mit einem kombiniertem Konzerthaus und Konferenzzentrum, also ein öffentliches Geabäude, dient hier die Liederhalle.

Der Wunsch nach einem komplett unbebautem Eventplatz wurde zwar schon geäußert, aber eine Nicht-Nutzung geht wohl komplett an den Beürfnissen der Stadt vorbei!

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Eine etwas andere Herangehensweise, die auch das Thema „Eventplatz“ aufgreift, ist eine Kombination aus einem öffentlichen Gebäude (hier das Centre Pompidou, Paris) mit einem urbanen Platz für Events und Veranstaltungen (der Karlsplatz) und einem Konzertpavillion (der frühere Landespavillon)

Die Teilnehmer unserer Veranstaltung waren sich zwar einig, dass es neben dem neuen Tiefbahnhof „lebendig“ zugehen soll und dass ein Einkaufszentrum wie z.B. das Milaneo ein starker Frequenzbringer ist. In der direkten Entscheidung bevorzugten Sie aber ein öffentliches Gebäude.

Ein repräsentatives, öffentliches Gebäude soll das Gebiet nördlich des Bahnhofs prägen – so zumindest die Meinung der Teilnehmer unserer Veranstaltung. Jedoch soll es auch durchaus ein Ort sein, an dem immer was los ist. Gerade die klassischen Konzerthallen haben das Problem, dass sie ausserhalb der Konzertzeiten oftmals recht „verlassen“ wirken. Das Pariser Kunstmuseum „Center pompidou“ stieß als Vorbild auf große Gegenliebe: Ein Gebäude das allein schon aufgrund seiner Archtiektur eine Attraktion ist. Seine Mischung aus Kunstmuseum, Buchläden, Souvenirshops sowie Cafe und Restaurant machen es zu einem Gebäude für „jedermann“

Kulturelle Leuchttürme und alter Wein

Im Jahr 2009 berichtete die Immobilienzeitung, dass sich Stuttgarts damaliger Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, auf dem A3-Areal zwei “ kulturelle Leuchttürme“ vorstellt: Eine Schlossgarten-Philharmonie und ein Museum der Kulturen. Den Baubeginn avisierte er schon einmal für 2019. Der beühmte Stuttgarter Architekt Werner Sobek präsentierte auch gleich einen architektonischen Etnwurf einer „Schlossgarten-Philharmonie“, die beide Gebäude sprichwörtlich unter einem Dach vereinte. Doch um die Pläne wird es schnell wieder still.

Der dann bald folgende neue Oberbürgermeister Fritz Kuhn verkündete, dass er die Pläne zwar grundsätzlich gut finde, dass aber zunächst anderes Priorität habe.

Anfang 2017 ist es dann der kulturpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Nils Schmid, der wieder einmal an die Pläne für ein neues Lindenmuseum erinnerte. In der Stuttgart Zeitung mahnte er

„… zügig eine Entscheidung zu treffen, wie es mit dem Linden-Museum weitergeht. Bebauungsplan und Genehmigungen müssten in den kommenden Monaten in Angriff genommen werden, meint Schmid, damit man nach dem Rückbau der Gleise und der Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs dann 2022 mit dem Bau beginnen könne. ‚Sonst läuft uns die Zeit davon‘, so Schmid. ‚Für so ein komplexes Vorhaben sind sechs Jahre nichts.‘ „

Und hier spricht uns Nils Schmid aus der Seele: Das oben erwähnte Center Pompidou hat 7 Jahre von der ersten Idee bis zur Fertigstellung benötigt. In Deutschland benötigt ein öffentliches Gebäude vom Architektenwettbewerb bis zur Eröffnung im Schnitt ca. 10 Jahre Vorlaufzeit! (bei der Elbphilharmonie waren es tatsächlich 16 Jahre von der ersten Idee bis zur Eröffnung!)

Egal wie, Stuttgart muss sich JETZT entscheiden:
  • Schmeckt uns Bürger dieser „Alte Wein in neuen Schläuchen“ (also das Kulturquartier) ?
  • Wenn Ja, wollen wir dann alle drei Gebäude auf das A3-Areal packen, oder doch lieber über das gesamte Rosenstein-Areal verteilen?
  • Wenn Nein, was dann? Ein weiteres Milaneo oder gar ein weiteres Wohn- & Bürogebäude, so wie nebenan im Euopaviertel?
Zentral ist jedoch, dass WIR Bürger nicht nur prophylaktisch als „Ghostwriter“ für das Memorandum Rosenstein beiteiligt werden, sondern konkret und im Detail eingebunden und gefragt werden.

Ein besonderes Dankeschön, wollen wir hier noch an die Kollegen von Aufbruch Stuttgart e.V. richten, die das Thema ebenfalls vorantreiben. Wie man in der Stuttgarter Zeitung lesen kann, sogar schon Verhandlungen mit der Rathaus-Spitze geführt haben. Jedoch wollen wir an dieser Stelle auch ausdrücklich davor warnen, dass nun „Geheim-Verhandlungen“ mit einzelnen Interessensgruppen stattfinden. JEDER Bürger muss seine Meinung einbringen können. Unser Ansatz ist hierfür die enge Kooperation mit den Gemeinderatsfraktionen, die Stuttgart 21 befürworten!

Wie ist IHRE Meinung zum Bahnhofsumfeld? Diskutieren Sie hier mit uns mit!

Comments 2

  1. Nun, der Landespavillion wurde Jahrzehnte lang nicht wirklich bespielt – also braucht man ihn nicht, zumal man mit den Wagenhallen das im Prinzip schon geschaffen hat – und, wenn man sie richtig ausbaut, eine viel bessere Lokation dafür bekommen kann!

    Auch mit Museen ist die Stadt schon ziemlich gut ausgestattet!

    Für Veranstaltungen bespielbare Plätze hat Stuttgart auch mehr als genug!

    Noch ein Einkaufszentrum wird die Stadt nicht benötigen – das ist zu viel!

    Eine sehr große Tiefgarage braucht die Stadt – auch weil im inneren Bereich Parkplätze weg fallen und Bräuninger Parkaus und Züblinparkhaus in naher Zukunft weg fallen – die Frage ist: Wie tief darf die gebaut werden (Mineralwasser….)

    Das Gustaf-Siegle-Haus wird man nicht so hinbekommen, dass das eine wirklich vorzeigbare Philharmonie wird – und ansonsten hat Stuttgart außer den Liederhallen kein wirkliches „Konzerthaus“ – Am Beispiel Hamburgs (o.k. die Elbphilharmonie insgesamt wäre deutlich übertrieben für Stuttgart – aber kleiner?) oder dem Gasteig in München (auch kleiner) könnte man sich orientieren – beide werden außerhalb der eigentlichen Spielzeiten auch z.B. Kongresszentren genutzt, so dass dort immer „Leben“ ist – Und direkt hinter diesem Gebäudekomplex (der optisch die Länge des südwestlich liegenden Bahnhofsbau aufnehmen sollte) sollte direkt ein Gebiet für Gewerbe und Wohnungen anschließen das einen fließenden Übergang zum eigentlichen „Wohngebiet“ darstellen kann …

  2. Das Lindenmuseum braucht ein neues Gebäude. In dem bestehenden Gebäude, das vor dem Ersten Weltkrieg für ein „Kolonialmuseum“ gebaut wurde, gibt es nicht genügend Ausstellungsfläche und Magazinfläche für ein Völkerkundemuseum, das weltweit einen hervorragenden Ruf genießt. Die Frage ist nur, ob es gegenüber des Hauptbahnhofes richtig untergebracht ist. Ein „Haus der Weltkulturen“, ein „schwäbisches Humboldt-Forum“, wäre sicher eine Attraktion in der Stadt und könnte, bei entsprechender Ergänzung um Cafés, Restaurants und Veranstaltungsräume zu einem Ort werden, an dem die ganze Woche lang tagsüber und abends Leben herrscht. Aber ist ein Ort direkt am Trubel des Hauptbahnhofs die richtige Umgebung für eine renommierte Forschungseinrichtung? Wie sollen das unbedingt notwendige, große Magazin für die Sammlungen und Archive des Museums plaziert werden, so dass die Sammelgegenstände unter allen Umständen sicher untergebracht sind? Vielleicht wäre es doch sinnvoller, eine solche Einrichtung nach Vorbild des Naturkundemuseums am Löwentor am Rande des Rosensteinparks zu plazieren, z.B. auf einem Teil der Flächen, die aktuell vom Bahnbetriebswerk Stuttgart-Rosenstein belegt werden.

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